Bei Texten wird am meisten Angst gemacht – und am wenigsten genau hingeschaut. Hier ist der ruhige Überblick: Muss man KI-generierte Texte kennzeichnen, wann entfällt der sichtbare Hinweis, und warum gerade bei Text der Nachweis wichtiger ist als das Label.
Nicht pauschal. Der EU AI Act (Artikel 50) verlangt den sichtbaren Hinweis für KI-erzeugte oder -veränderte Texte vor allem dann, wenn sie die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse informieren – etwa journalistisch-informierende Inhalte. Ein Produkt-Post, eine Landingpage oder eine Kunden-E-Mail fallen häufig nicht in diese Kategorie.
Und selbst dort, wo der Hinweis gefragt wäre, gibt es die entscheidende Ausnahme:
Bilder kann man technisch relativ robust markieren (Metadaten, C2PA). Bei Text ist das schwach: Text-Wasserzeichen überstehen kaum Kürzen, Umformulieren oder Kopieren. Eine verlässliche „maschinenlesbare" Kennzeichnung von Fließtext existiert praktisch nicht.
Deshalb verschiebt sich bei Text alles auf die Beweisbarkeit des Entstehungsprozesses: Kannst du belegen, mit welchem Tool, in welcher Version und unter wessen Freigabe ein Text entstanden ist? Wer das kann, ist abgesichert – mit oder ohne sichtbares Label.
Nein. Der sichtbare Hinweis greift vor allem bei Texten von öffentlichem Interesse und entfällt bei menschlicher Prüfung mit redaktioneller Verantwortung. Viele Marketing-Texte brauchen ihn nicht – wichtig ist, dass du die Prüfung nachweisen kannst.
Kommt auf den Inhalt an. Rein werbliche oder unterhaltende Beiträge fallen oft nicht unter die Pflicht zum sichtbaren Hinweis. Informierst du die Öffentlichkeit über Themen von öffentlichem Interesse, solltest du kennzeichnen – oder die redaktionelle Prüfung dokumentieren.
Bei Text vor allem über einen sichtbaren Hinweis plus deine eigene Dokumentation. Eine verlässliche maschinenlesbare Markierung von Fließtext gibt es kaum – der Nachweis des Entstehungsprozesses ist der belastbarere Weg.
Das erfüllt den sichtbaren Hinweis, wo er nötig ist – schützt dich im Streitfall aber nicht allein. Dafür brauchst du die Dokumentation. Der Nachweis schützt dich, nicht das Label.
SeshFlow erzeugt Texte am Ursprung – und dokumentiert sie nachvollziehbar:
⚖️ Hinweis: Dieser Beitrag ist eine allgemeine Orientierung, Stand August 2026 – keine Rechtsberatung. Der genaue Geltungsbereich von Artikel 50 EU AI Act, Ausnahmen und die konkrete Umsetzung hängen vom Einzelfall ab. Für verbindliche Auskünfte ziehe bitte rechtlichen Rat hinzu.