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EU AI Act · Artikel 50 · Texte

KI-generierte Texte kennzeichnen – wann Pflicht, wann nicht

Lesezeit ~6 Min · Stand August 2026 · keine Rechtsberatung

Bei Texten wird am meisten Angst gemacht – und am wenigsten genau hingeschaut. Hier ist der ruhige Überblick: Muss man KI-generierte Texte kennzeichnen, wann entfällt der sichtbare Hinweis, und warum gerade bei Text der Nachweis wichtiger ist als das Label.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Der sichtbare Hinweis gilt vor allem für Texte, die die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse informieren – normale Marketing-Texte fallen oft nicht darunter.
  • Er entfällt, wenn ein Mensch den Text prüft und die redaktionelle Verantwortung übernimmt.
  • Maschinenlesbare Markierung ist bei Text technisch schwach (Wasserzeichen unzuverlässig) – deshalb zählt hier der Nachweis umso mehr.
  • Kurz: Prüfen, dokumentieren – dann ist der sichtbare Sticker oft gar nicht nötig.

Muss man KI-generierte Texte kennzeichnen?

Nicht pauschal. Der EU AI Act (Artikel 50) verlangt den sichtbaren Hinweis für KI-erzeugte oder -veränderte Texte vor allem dann, wenn sie die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse informieren – etwa journalistisch-informierende Inhalte. Ein Produkt-Post, eine Landingpage oder eine Kunden-E-Mail fallen häufig nicht in diese Kategorie.

Und selbst dort, wo der Hinweis gefragt wäre, gibt es die entscheidende Ausnahme:

Prüft ein Mensch den Text und übernimmt die redaktionelle Verantwortung, entfällt die Pflicht zur sichtbaren Kennzeichnung. Genau das ist der Normalfall in professionellem Marketing: Nichts geht ungeprüft raus.

Warum bei Text der Nachweis wichtiger ist als das Label

Bilder kann man technisch relativ robust markieren (Metadaten, C2PA). Bei Text ist das schwach: Text-Wasserzeichen überstehen kaum Kürzen, Umformulieren oder Kopieren. Eine verlässliche „maschinenlesbare" Kennzeichnung von Fließtext existiert praktisch nicht.

Deshalb verschiebt sich bei Text alles auf die Beweisbarkeit des Entstehungsprozesses: Kannst du belegen, mit welchem Tool, in welcher Version und unter wessen Freigabe ein Text entstanden ist? Wer das kann, ist abgesichert – mit oder ohne sichtbares Label.

Wie kennzeichnet man einen KI-Text – wenn nötig?

Checkliste für KI-Texte

Häufige Fragen

Muss ich jeden KI-Text kennzeichnen?

Nein. Der sichtbare Hinweis greift vor allem bei Texten von öffentlichem Interesse und entfällt bei menschlicher Prüfung mit redaktioneller Verantwortung. Viele Marketing-Texte brauchen ihn nicht – wichtig ist, dass du die Prüfung nachweisen kannst.

Gilt das auch für Blogartikel und Social-Media-Posts?

Kommt auf den Inhalt an. Rein werbliche oder unterhaltende Beiträge fallen oft nicht unter die Pflicht zum sichtbaren Hinweis. Informierst du die Öffentlichkeit über Themen von öffentlichem Interesse, solltest du kennzeichnen – oder die redaktionelle Prüfung dokumentieren.

Wie kennzeichne ich KI-Texte technisch?

Bei Text vor allem über einen sichtbaren Hinweis plus deine eigene Dokumentation. Eine verlässliche maschinenlesbare Markierung von Fließtext gibt es kaum – der Nachweis des Entstehungsprozesses ist der belastbarere Weg.

Reicht „Mit KI erstellt" unter dem Text?

Das erfüllt den sichtbaren Hinweis, wo er nötig ist – schützt dich im Streitfall aber nicht allein. Dafür brauchst du die Dokumentation. Der Nachweis schützt dich, nicht das Label.

Wie SeshFlow dabei hilft

SeshFlow erzeugt Texte am Ursprung – und dokumentiert sie nachvollziehbar:

  • Sichtbarer KI-Hinweis pro Kanal konfigurierbar – an, aus, oder nur wo nötig
  • Nachweis je Text: Modell, Version, Freigabe, Zeitpunkt – unveränderlich protokolliert
  • Menschlicher Freigabeschritt mit Protokoll (genau die Ausnahme, auf die du dich berufst)
  • Export des Nachweises (CSV/JSON) für den Ernstfall

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⚖️ Hinweis: Dieser Beitrag ist eine allgemeine Orientierung, Stand August 2026 – keine Rechtsberatung. Der genaue Geltungsbereich von Artikel 50 EU AI Act, Ausnahmen und die konkrete Umsetzung hängen vom Einzelfall ab. Für verbindliche Auskünfte ziehe bitte rechtlichen Rat hinzu.